Monatliches Archiv: März 2015

Arno Strobel — Schlusstakt

Arno Strobel Schlusstakt30.März 2015

Das zwei­te Jugend­buch von Arno Stro­bel ist erschie­nen: “Schluss­takt”. Ein zwei­ter Thril­ler, aber immer noch ers­ter Klas­se! Der saar­län­di­sche Autor ver­steht es ein­fach bes­tens zu unter­hal­ten. Er ent­führt sei­ne Leser dies­mal nicht auf eine ein­sa­me Berg­hüt­te, son­dern an einen noch viel exo­ti­sche­ren Ort. Eine Insel auf den Male­di­ven, wie das Cover ver­rät, auf der ein Gesangscas­ting für eine gro­ße Show statt­fin­det. Doch die ers­te Lei­che lässt nicht lan­ge auf sich war­ten… “DSDS” meets “Iso­la”. Für Jugend­li­che ab 13 Jah­ren und inter­es­sier­te Erwach­se­ne.

Die 18-jäh­ri­ge Vicky ist von einer Freun­din über­re­det wor­den an dem Gesangscas­ting teil­zu­neh­men. Ein neu­es Show­for­mat, das angeb­lich alles bis­her dage­we­se­ne maß­los über­tref­fen soll. Den Sie­ger erwar­ten aller­lei bereits im Vor­feld abge­schlos­se­ne Ver­mark­tungs­maß­nah­men (inklu­si­ve Plat­ten­ver­trag) und gan­ze zwei Mil­lio­nen Euro! Vicky ist sehr über­rascht, doch sie schafft es tat­säch­lich in Pha­se zwei, das Haupt­cas­ting in Mün­chen. Von dort aus geht es direkt auf eine ein­sa­me Insel in der Male­di­ven, auf der die letz­ten 50 Kan­di­da­ten und Kan­di­da­tin­nen in Pha­se drei gegen­ein­an­der antre­ten. Dar­un­ter auch Vicky, deren Eltern von die­sem Plan nicht son­der­lich begeis­tert waren. Immer­hin muss­te sie einen Ver­trag unter­schrei­ben, den ein befreun­de­ter Anwalt der Eltern nur als “Kne­bel­ver­trag” bezeich­ne­tet hat­te. Kein Wort darf Vicky dar­über ver­lie­ren, was auf der Insel pas­siert. Und die Regeln auf der Insel sind hart. Hier kann man schon… Weiterlesen!

Becky Citra — Nur dieser eine Sommer…

Becky Citra Nur dieser eine Sommer...28.März 2015

Ein rich­tig schö­nes Buch hat die kana­di­sche Auto­rin Becky Citra — die selbst seit über 30 Jah­ren rei­tet und Pfer­de aus­bil­det — geschrie­ben: “Nur die­ser eine Som­mer…”. In dem Roman ver­steckt sich viel mehr als “nur” eine Pfer­de­ge­schich­te. Es ist ein Som­mer des Ankom­mens, des Neu­ent­de­ckens, des Ver­trau­en­ler­nens. Zugleich sorgt das rät­sel­haf­te Ver­schwin­den eines Mäd­chens für die gehö­ri­ge Por­ti­on Dra­ma­tik in der Geschich­te. Sehr unter­halt­sam geschrie­ben. Für Mäd­chen ab 12 Jah­ren.

Thea ist nicht sehr glück­lich. Schon wie­der sieht es danach aus, als ob ihr Vater für einen Job den Wohn­ort wech­seln wür­de. Das seit Jah­ren übli­che Umzie­hen ist für das jun­ge Mäd­chen nicht gera­de ein­fach. Freund­schaf­ten zu schlie­ßen fällt ihr sowie­so nicht beson­ders leicht. Sie ist unsi­cher, weiß nicht, was sie sagen und wie sie sich ver­hal­ten soll. Doch dann spricht sie und ihr Vater ein Frem­der an, der eine Stel­le auf einer Ranch zu ver­ge­ben hat. Ganz in der Nähe. Am Gum­boot Lake. Er sucht drin­gend jeman­den, der ihm beim Wie­der­auf­bau hel­fen kann, um sie bald neu zu eröff­nen. Thea könn­te sogar auf ihrer jet­zi­gen Schu­le blei­ben. Ihr Vater nimmt glück­li­cher­wei­se an, obwohl er seit vier Jah­ren von Pfer­den nichts mehr wis­sen will. Denn vor vier Jah­ren ist sei­ne Frau und The­as Mut­ter gestor­ben, bei einem Reit­un­fall und nach­dem sie die Fami­lie bereits ver­las­sen hat­te, weil sie sich in einen ande­ren Pfer­de­trai­ner ver­liebt hat­te. Der Schmerz über die­sen Ver­lust, über das Ver­las­sen­wer­den der Fami­lie sitzt noch tief. Und doch spürt Thea ihre Sehn­sucht… Weiterlesen!

Tanya Stewner — Der Sommer, in dem die Zeit stehenblieb

Tanya Stewner Der Sommer, in dem die Zeit stehenblieb22.März 2015

Tan­ja Stew­ner erzählt in „Der Som­mer, in dem die Zeit ste­hen­blieb“ eine Lie­bes­ge­schich­te wie das schö­ne, roman­tisch gestal­te­te Cover ver­spricht, aber eine, die defi­ni­tiv anders ist. Eine Lie­be zu einem jun­gen Mann, der nicht aus die­ser Zeit zu sein scheint. Flott und pfif­fig erzählt. Mit viel uner­war­te­te Tie­fe. Für Jugend­li­che ab 12 Jah­ren.

Juli ist ein Kopf­mensch durch und durch. In der Schu­le schreibt sie nur Best­no­ten. Am liebs­ten ana­ly­siert sie alles genaus­tens. Ihren kom­pli­zier­ten Gedan­ken­gän­gen kann lei­der nicht immer jeder fol­gen und so ist sie trotz bes­ter Freun­din Who­o­pie eher eine Außen­sei­te­rin. Auf eine Par­ty wur­de sie noch nie ein­ge­la­den. Dabei hofft sie doch ver­geb­lich auf solch einer ein­mal ihrem Traum­prin­zen zu begeg­nen. Dass sie die­sen tat­säch­lich auf ihrer Lich­tung, auf der sie sich immer zurück­zieht, wenn sie allei­ne sein will, trifft, hät­te Juli nie gedacht. Anja­no heißt er. Er trägt selt­sa­me Klei­dung, spricht einen noch viel selt­sa­me­ren Dia­lekt und kann mit man­chen Wör­tern, die sie sagt, gar nichts anfan­gen. Cola kennt er nicht, einen Schraub­ver­schluss, noch nie gese­hen. Ver­wirrt wirkt er. Und doch bezau­bernd schön. Ein Traum­typ eben. Juli ist hin und weg. Doch, nach­dem auch Anja­no wie­der gegan­gen ist, macht sie eine äußerst merk­wür­di­ge Ent­de­ckung. Egal wie oft sie… Weiterlesen!

Uticha Marmon — Marienkäfertage

Uticha Marmon Marienkäfertage18.März 2015

Mari­en­kä­fer­ta­ge” von Uticha Mar­mon fällt sogleich durch sein schö­nes Cover auf. Ein Roman über die Suche nach der eige­nen Iden­ti­tät, Erin­ne­run­gen an eine Kind­heit und dem Enden jener, als die Prot­ago­nis­tin zufäl­lig ent­deckt, dass sie adop­tiert wur­de. Mit einer beson­ders schö­nen Spra­che. Für Jugend­li­che ab 13 Jah­ren und Erwach­se­ne.

In jeden Som­mer­fe­ri­en fah­ren die jun­ge Elin und ihre Eltern hier­her. In ein klei­nes Kaff in Jüte­land (Däne­mark). In das klei­ne Feri­en­haus, das sie das Mari­en­kä­fer­haus nen­nen, weil es dort so vie­le Mari­en­kä­fer gibt. Nur die­ses Jahr ist es anders. Die­ses Jahr sind ihre Eltern für eine Woche nach Rho­dos geflo­gen. Und Elin ist in die­ser Zeit des Allein­seins von Zuhau­se abge­hau­en, auf­ge­bro­chen nach Jüte­land. Weil sie eine schlim­me Ent­de­ckung gemacht hat. Es war ein Brief, der an eine Lykke adres­siert war, nicht an sie. Von jeman­dem, der weiß, dass sie nicht Elin, son­dern Lykke heißt. In den Unter­la­gen ihre Eltern hat sie ihre Geburts­ur­kun­de gefun­den. Dort auf der Rück­sei­te ein hand­schrift­li­cher Zet­tel ihrer Mut­ter mit einem ande­ren Namen und ihrem Geburts­da­tum: Lykke Elin Michel­sen. Michel­sen. Nicht Dahl­berg. Sie wur­de adop­tiert! Drei Wor­te, die ein gan­zes Leben ver­än­dern kön­nen. Wer ist sie jetzt? Alles Lüge, alles Ver­rat. AllesWeiterlesen!

Lilly Lindner — Was fehlt, wenn ich verschwunden bin

Lilly Lindner Was fehlt, wenn ich verschwunden bin3.März 2015

Ein zutiefst ergrei­fen­des Buch und zugleich ihr ers­tes Jugend­buch hat die deut­sche Auto­rin Lil­ly Lind­ner geschrie­ben: “Was fehlt, wenn ich ver­schwun­den bin”. Über die Bezie­hung zwei­er Schwes­tern, die ein­an­der alles bedeu­ten, über die Geschich­te einer Mager­sucht, über Wort­ge­wand­heit und Klug­heit und über die Sehn­sucht ver­stan­den zu wer­den. Trau­rig und humor­voll zugleich. Mit Tief­gang und einer Spra­che, die so außer­ge­wöhn­lich schön ist, dass man sich am liebs­ten die Sät­ze sei­ten­wei­se bunt anma­len möch­te. Ein Lese­er­leb­nis, das sich den­fi­nitv lohnt! Nicht nur für Jugend­li­che ab 13 Jah­ren, son­dern auch für Erwach­se­ne.

Ber­lin. Pho­be ist neun Jah­re alt. In ihrer Fami­lie ist nichts mehr so wie es war. Denn ihre gro­ße Schwes­ter April ist nicht mehr da. Die 16-jäh­ri­ge ist in einer Kli­nik wegen Mager­sucht, wobei Pho­be noch nicht so ganz ver­ste­hen kann, was genau das ist. Aber eines weiß sie: sie ver­misst ihre Schwes­ter ganz schreck­lich! “Mei­ne lie­be, lie­be April — wenn du nur bald gesund wirst und end­lich wie­der bei uns bist. Ohne dich sind wir näm­lich nicht ganz. […] Eine hal­be Mama. Ein hal­ber Papa. Und nur noch ein klei­nes Stück ich. Ohne dich bin ich näm­lich nicht ein­mal halb.” (Zitat aus “Was fehlt, wenn ich ver­schwun­den bin”, S. 38). Und des­halb schreibt Phoebe ihrer Schwes­ter mit größ­tem Eifer Brie­fe. Mona­te­lang. Ohne jemals… Weiterlesen!

Louis Jensen — 33 Cent um ein Leben zu retten

Louis Jensen 33 Cent um ein Leben zu retten1.März 2015

Der däni­sche Autor Lou­is Jen­sen hat mit “33 Cent um ein Leben zu ret­ten” einen Roman geschrie­ben, von dem man defi­nitv sagen kann: die­ses Buch muss­te geschrie­ben wer­den! Eine Geschich­te über ehr­li­ches Mit­ge­fühl, aus­ufern­de Selbst­lo­sig­keit und Gerech­tig­keit. Bewe­gend, radi­kal und auf­rüt­telnd. Nicht nur für Jugend­li­che ab 14, son­dern auch (und beson­ders!) für Erwach­se­ne.

Es braucht genau 33 Cent, um den Hun­ger eines Kin­des in Afri­ka einen Tag lang zu stil­len. Ledig­lich 33 Cent. Das erfährt der 14-jäh­ri­ge, däni­sche Ich-Erzäh­ler des Buches, des­sen Name nicht genannt wird, in der Schu­le. Das ver­än­dert sein Leben. Er beschließt für Gerech­tig­keit zu sor­gen. Wenn die Erwach­se­nen das schon nicht hin­krie­gen, dann eben er. Er trifft eine neue Rege­lung, die ihm gestat­tet nur noch jeden zwei­ten Tag in die Schu­le zu gehen. Sei­ne Leh­rer fin­den das nicht gut, bewir­ken aber nichts. Der Rek­tor for­dert ihn eben­falls zum Gespräch: “Was ist los?”, frag­te er. “Weil die ster­ben, des­halb”, sag­te ich (Zitat aus “33 Cent um ein Leben zu ret­ten). Und er muss zum Schul­psy­cho­lo­gen. Der Jun­ge rich­tet eine KHK ein, eine Kas­se für hun­gern­de Kin­der. Dort hin­ein kommt sein Taschen­geld. Doch das reicht nicht. Er fängt anWeiterlesen!