Monatliches Archiv: Februar 2015

Rusalka Reh — Back to blue

Rusalka Reh back to blue25.Februar 2015

Back to blue” der aus­tra­lisch-deut­schen Auto­rin Rusal­ka Reh ist ein Roman über ein beson­de­res The­ma. Herz­lo­sig­keit und Käl­te in einer Fami­lie, die das Selbst­wert­ge­fühl eines jun­gen Mäd­chens prä­gen. Deren Befrei­ung und ihr Erle­ben einer ers­ten Lie­be liest sich sehr berüh­rend. Mit einer teil­wei­se recht poe­ti­schen Spra­che. Für Jugend­li­che ab 14 Jah­ren.

Kid ist 16. Sie ist ein Ein­zel­kind. Ihre Mut­ter woll­te sie im Grun­de auch nie haben. “Wenn sie mei­nen Namen aus­spricht, zucke ich zusam­men. Ihre Stim­me klingt immer ein biss­chen böse. Ich weiß eigent­lich nie, wie­so. Ich glau­be, es ist, weil ich ich bin. Auf jeden Fall ist es so, seit ich den­ken kann.” (Zitat aus “Back to blue” S.10). Manch­mal spricht ihre Mut­ter nicht mit Kid. Oder sie mäkelt an ihr her­um. Nie kann sie es ihr recht machen. “Ich füh­le mich immer, als wäre ich ein biss­chen eklig, ein biss­chen beschmiert mit was, das sie gern abwa­schen wür­den. Viel­leicht hat Mama des­halb ges­tern plötz­lich den Dusch­vor­hang auf­ge­zerrt, als ich dusch­te, mir den Brau­se­kopf aus der Hand geris­sen und ihn mir fron­tal aufs Gesicht gehal­ten. Ich habe mich irre erschro­cken und ver­sucht, Weiterlesen!

Gideon Samson — Doppeltot

Gideon Samson Doppeltot20.Februar 2015

Dop­pel­tot” des nie­der­län­di­schen Auto­ren Gideon Sam­son ist ein bemer­kens­wer­ter Roman über Freund­schaft, Geschwis­ter­lie­be, Tod und Schuld. Ihn zu lesen ist wie ein her­an­na­hen­des Gewit­ter über sich zu füh­len: dunk­le Wol­ken, die immer näher kom­men, Span­nung, die mehr und mehr steigt, Son­nen­schein, der einst war. Das Ende einer Kind­heit, das durch etwas been­det wird, das als maka­brer Scherz gedacht war, nun aber außer Kon­trol­le gera­ten ist. Ein­dring­lich und ergrei­fend erzählt. Die­ses Buch wird man so schnell nicht ver­ges­sen! Für Jugend­li­che ab 14 Jah­ren.

Krom­me­veer, ein klei­ner (fik­ti­ver) Ort in den Nie­der­lan­den. Bes­te Freun­din­nen, das sind die 12-jäh­ri­gen Mäd­chen Rif­ka und Düve­ke. Wobei Düve­ke mäch­tig stolz auf ihre Freund­schaft ist: “Rif­kas Freun­din zu sein ist das Höchs­te, was man errei­chen kann. Ja, das ist es so unge­fähr, den­ke ich. Und dar­um möch­ten es alle.” (Zitat aus “Dop­pel­tot” S.13) Und alle ande­ren aus ihrer Klas­se tan­zen nur nach Rif­kas Pfei­fe. Sie besticht sie mit Süßig­kei­ten oder ver­teilt… Weiterlesen!

Hilde Kvalvaag — Das ist der Sommer im Paradies, wie er eben aussieht, wenn man die Sonnenbrille absetzt

Hilde Kvalvaag - Das ist der Sommer im Paradies, wie er eben aussieht, wenn man die Sonnenbrille absetzt18. Febru­ar 2015

Einen Roman mit einem außer­ge­wöhn­lich lan­gen Titel hat die nor­we­gi­sche Auto­rin Hil­de Kval­va­ag geschrie­ben: “Das ist der Som­mer im Para­dies, wie er eben aus­sieht, wenn man die Son­nen­bril­le absetzt”. Eine Geschich­te über Ent­täu­schun­gen, das Seh­nen nach Lie­be und das Erwach­sen­wer­den. Inten­siv, bewe­gend und authen­tisch. Für Jugend­li­che ab 12 Jah­ren.

Ein gan­zer Som­mer liegt vor der jun­gen Johan­ne. Zwei gan­ze Mona­te bei ihren Groß­el­tern auf dem Land. Ihre Schwes­ter Kat­rin wird noch nach­kom­men: “Den gan­zen Win­ter hocken wir in der Stadt und freu­en uns auf den Som­mer, freu­en uns auf unse­re Bet­ten an den gegen­über­lie­gen­den Wän­den. Dann lie­gen wir da wie zwei Prin­zes­sin­nen auf der Erb­se und fut­tern Chips und Scho­ko­la­de aus dem Laden.” (Zitat aus “Das ist der Som­mer im Para­dies, wie er eben aus­sieht, wenn man die Son­nen­bril­le absetzt” S.11). Eine ver­hei­ßungs­vol­le Zeit scheint anzu­bre­chen. Zumal Johan­ne sich ver­liebt hat. In Are: “Den gan­zen letz­ten Som­mer und Win­ter ist er mir im Kopf her­um­ge­geis­tert. Er ist dort ein­ge­zo­gen, ohne mich zu fra­gen, hat sich ein­fach ein­ge­nis­tet und ich hab ihn nicht mehr da raus­ge­kriegt. Er hat so viel Platz ein­ge­nom­men, dass ich kaum nochWeiterlesen!

Janet Clark — Finstermoos: Aller Frevel Anfang

Janet Clark Finstermoos Aller Frevel Anfang6.Februar 2015

Die Mün­che­ner Thril­ler-Auto­rin Janet Clark legt ein neu­es Buch vor: “Fins­ter­moos: Aller Fre­vel Anfang” ist der Auf­takt einer vier­bän­di­gen Rei­he, die in rela­tiv kur­zen Abstän­den die­ses Jahr erschei­nen. Dörf­li­che Post­kar­ten­idyl­le trifft hier auf den plötz­li­chen Fund einer Baby­lei­che.  Mys­te­riö­se Unfäl­le, die sich häu­fen. Miss­trau­en, das gesät wird. Feind­schaf­ten, die schon lan­ge exis­tie­ren. Und eine dunk­le Ver­gan­gen­heit, die jetzt ans Tages­licht gera­ten wird. Span­nend und unter­halt­sam. Für Jugend­li­che ab 12 Jah­ren.

Mascha hat sich eigent­lich auf ein paar erhol­sa­me Tage gefreut — in Fins­ter­moos, einem klei­nen Berg­dorf nahe der Schwei­zer Gren­ze. Doch recht schnell kommt sie dahin­ter, dass ihre Mut­ter (ihres Zei­chens Jour­na­lis­tin) die­sen Auf­ent­halts­ort kei­nes­wegs zufäl­lig gewählt hat. Dort wur­de vor eini­gen Tagen eine Baby­lei­cheWeiterlesen!

Michaela Holzinger — Funkensommer

Michaela Holzinger - Funkensommer3.Februar 2015

Fun­ken­som­mer” der öster­rei­chi­schen Auto­rin Michae­la Hol­zin­ger ist leicht und erfri­schend wie eine Som­mer­bri­se. Eine Geschich­te, die vom Geschmack von Frei­heit erzählt, der Suche nach dem eige­nen Platz im Leben und dem Fin­den der ers­ten gro­ßen Lie­be. Sprach­lich sehr schön erzählt. Jetzt neu als Taschen­buch. Für Jugend­li­che ab 13 und inter­es­sier­te Erwach­se­ne.

Han­nah ist 16 und lebt mit ihren Eltern und ihrem gro­ßen Bru­der Rapha­el auf einem Bau­ern­hof. Letz­te­rer ist seit einem Jahr völ­lig ver­än­dert. Der 18-Jäh­ri­ge hat­te damals einen epi­lep­ti­schen Anfall und hat nun infol­ge der Behand­lung eine Heu- und Tier­staub­all­er­gie ent­wi­ckelt. Stän­dig ist er schlecht gelaunt. Nun las­tet der Groß­teil der Arbeit, den ihr Bru­der sonst über­nom­men hat, auf Han­nah. Kaum eine freie Minu­te gön­nen ihr die Eltern, da sie es doch nun spä­ter sein wird, die den Hof über­neh­men muss. So ver­passt sie auch ein Dorf­fest, auf das sie eigent­lich gehen woll­te, um sich dort mit Finn zu tref­fen. Finn, in den sie sich ver­liebt hat. Mit dem sie bereits einen Kuss unter den Obst­bäu­men aus­ge­tauscht hat. Und das alles nur, weil eines der Schwei­ne eine uner­war­te­te Geburt hat und Han­nah ers­te Hil­fe leis­ten muss. Schön, dass Finn trotz­dem… Weiterlesen!