Monatliches Archiv: September 2012

Das Thema Tod in der Jugendliteratur

Jenny Downham Bevor ich sterbe20.September 2012

Ster­ben müs­sen wir alle irgend­wann. Gedan­ken über den Tod machen sich meist älte­re Men­schen. Doch — wenn man sich die aktu­el­len Neu­erschei­nun­gen in der Jugend­li­te­ra­tur anschaut: scheint das The­ma Tod die­ses Jahr auch in der Jugend­li­te­ra­tur beson­ders ver­tre­ten zu sein.

Schon an den Best­sel­lern “Bevor ich ster­be” von Jen­ny Down­ham oder “Tote Mäd­chen lügen nicht” von Jay Asher, die — obwohl sie schon vor Jah­ren ver­öf­fent­licht wur­den — noch immer gefragt sind, ist erkenn­bar, dass auch Jugend­li­che sich mit erns­ten The­men aus­ein­an­der­set­zen möch­ten. Und das haben nun auch die Ver­la­ge erkannt:

Der Han­ser Ver­lag bie­tet mit John Greens neu­es­tem und bis­her stärks­ten Titel Das Schick­sal ist ein mie­ser Ver­rä­ter” eine Geschich­te über zwei krebs­kran­ke Jugend­li­che, die gleich­zei­tig zum Lachen und zum Wei­nen ver­lei­ten wird.

Inter­es­sant ist auch, dass die­ses Jahr in auf­fal­lend vie­len Roma­nen die Mut­terWeiterlesen!

Bettina Belitz — Linna singt

Bettina Belitz Linna singt19.September 2012

Die deut­sche Kin­der- und Jugend­buch­au­to­rin Bet­ti­na Belitz hat nun nach ihrer erfolg­rei­chen “Split­ter­herz”-Tri­lo­gie erst­mals ein Buch für Erwach­se­ne geschrie­ben. Auch das kann sie gut. “Lin­na singt” ist ein Roman über Musik, die Macht der Ver­gan­gen­heit, alte Freund­schaf­ten und düs­te­re Geheim­nis­se. Psy­cho­lo­gisch dicht erzählt. Die­ses Buch lässt einen so schnell nicht mehr los — Lese­tipp!! (Für Jugend­li­che ab 16).

Lin­na singt” - so heißt die Band von Jules (dem Mäd­chen­schwarm), Falk (dem unnah­ba­ren Ein­zel­gän­ger) und den Zwil­lin­gen Simon und Mag­gie. Und von Lin­na, der cha­ris­ma­ti­schen Front­sän­ge­rin der Grup­pe. Vor fünf Jah­ren hat die Band sich auf­ge­löst — wegen Lin­na. Was damals genau pas­siert ist, das erfährt man nicht. Nun sol­len sie noch ein­mal spie­len, ein Ver­an­stal­ter hat ange­fragt. Lin­na zögert zunächst, sie hat seit­dem kei­nen ein­zi­gen Ton mehr gesun­gen. Doch dann lässt sie sich auf ein Tref­fen ein. Schon am nächs­ten Tag geht es los für ein paar Tage in die Ber­ge auf eine ein­sa­me Hüt­te, weit abge­schnit­ten von der Zivi­li­sa­ti­on. Lin­na, die selbst eine düs­te­re Ver­gan­gen­heit… Weiterlesen!

Lauren Barnholdt — Die verrückteste Nacht meines Lebens

Lauren Barnholdt Die verrückteste Nacht meines Lebens19.September 2012

Die ame­ri­ka­ni­sche Auto­rin Lau­ren Barn­holdt hat mit “Die ver­rück­tes­te Nacht mei­nes Lebens” einen Roman für Jugend­li­che geschrie­ben über gehei­me Ängs­te, unge­wöhn­li­che Mut­pro­ben und die Lie­be. Leich­te Unter­hal­tung mit viel Roman­tik! Ab 13 Jah­ren.

Eli­za hat ein rie­sen­gro­ßes Pro­blem: ihr Notiz­buch, in das sie eine Auf­lis­tung ihrer geheims­ten Ängs­ten geschrie­ben hat, ist ver­schwun­den! Und aus­ge­rech­net Cooper, ihr Exfreund hat es ihr gestoh­len. Als klei­ner Rache­akt dafür, dass sie im Inter­net gepos­tet hat, er hät­te in sei­ner letz­ten Mathe­klau­sur geschum­melt und sein Wunsch-Col­le­ge ihn des­halb nicht ange­nom­men hat. Nun zählt nur eines: Eli­za muss das Notiz­buch zurück­be­kom­men, kos­te es, was es wol­le. Nur dum­mer­wei­se ver­langt die Gang, in der Cooper ist, von ihr, dass sie sich eine Nacht lang all den Ängs­ten stel­len muß, über die sie in ihrem Buch berich­tet hat. Eine Nacht vol­ler Mut­pro­ben, erst dann… Weiterlesen!

Mette Jakobsen — Minous Geschichte

Mette Jakobsen Minous Geschichte8.September 2012

Die däni­sche Auto­rin Met­te Jakobsen hat ein bezau­bern­des Buch geschrie­ben: “Minous Geschich­te”. Ein Roman sanft und leicht wie eine Feder, der zugleich aus­drucks­stark und poe­tisch ist. Ein tol­les Debüt über Phi­lo­so­phie, Ver­gäng­lich­keit und das Erwach­sen­wer­den. Für Jugend­li­che ab 14, vor allem aber für Erwach­se­ne.

Die 12-jäh­ri­ge Minou lebt mit ihrem Vater auf einer Insel. Einer Insel, die so klein ist, dass sie auf der Land­kar­te kaum zu fin­den ist. Sie hat die Form “einer Kat­zen­zun­ge aus Scho­ko­la­de” und Minou kann sie in 53 Minu­ten ein­mal umrun­den. Auf der Insel befin­den sich ledig­lich eine Kir­che und zwei Häu­ser (auf einem davon ein nicht mehr funk­tio­nie­ren­der Leucht­turm) und es gibt nur weni­ge Bewoh­ner. Vor einem Jahr ist jedoch Minous Mut­ter ver­schwun­den. Man hat damals nur einen ein­zel­nen Schuh von ihr gefun­den. Minous Vater und die ande­ren Insel­be­woh­ner haben die­sen Schuh damals beer­digt. Minou jedoch glaubt nicht, dass ihre Mut­ter tot ist. Des­halb stellt sie auch jeden Mor­gen ihre Kaf­fee­tas­se wie­der auf den Tisch. Minou ist davon über­zeugt, dass ihre Mut­ter eines Tages wie­der kom­men wird. Des­halb schreibt sie auch jetzt schon alle über­ra­schen­den Din­ge auf, die sie ihrer Mut­ter bei ihrer Rück­kehr erzäh­len will (“Am Baum hängt nur noch ein Apfel, Mama.”). Doch wird die Ver­miss­te wirk­lich zurück­kom­men? Als eines Tages ein toter Jun­ge auf der Insel auf­taucht, ver­än­dert sich alles…

Sprach­lich beson­ders schön erzählt. Minou wirkt noch sehr kind­lich, trotz ihren 12 Jah­ren und der Erzähl­ton spie­gelt ihre Gedan­ken exakt wie­der. Der Roman beschäf­tigt sich mit inter­es­san­ten… Weiterlesen!

Christine Hurley Deriso — Nichts ist so perfekt wie das Leben

 Christine H. Deriso Nichts ist so perfekt wie das Leben6.September 2012

Der Roman “Nichts ist so per­fekt wie das Leben” von Chris­ti­ne Hur­ley Der­i­so ist eine Geschich­te über über­trie­be­ne Per­fek­ti­on, sei­ne Rol­le in der Fami­lie und den eige­nen Platz im Leben, den man für sich selbst erst ein­mal fin­den muss! Humor­voll und äußerst unter­halt­sam erzählt. Für Jugend­li­che ab 13.

Sum­mer ist 16 Jah­re und kommt ein­fach nicht gegen sie an. Gegen Shan­non, ihre tote Schwes­ter, die unge­fähr im sel­ben Alter wie Sum­mer war, als sie einen töd­li­chen Auto­un­fall erlitt. Sum­mer hat sie nie ken­nen­ge­lernt. Sie war nur das Ersatz­kind“der labb­ri­ge Nach­schlag” — wie sie sich selbst bezeich­net und ist nie so per­fekt gewor­den wie ihre Schwes­ter, deren Urkun­den und Prei­se den gan­zen Haus­flur wie einen Schrein ver­hän­gen. Selbst an ihrem 17. Geburts­tag wird Shan­non beson­ders weh­mü­tig gedacht und Sum­mers schu­li­sche Leis­tun­gen an den Pran­ger gestellt. Es ver­än­dert sich alles, als Sum­mers Tan­te Nic ihr ein ganz beson­de­res Geburts­tags­ge­schenk macht: sie hat damals Shan­nons Tage­buch gefun­den und es heim­lich — und ohne es zu lesen — auf­be­wahrt. Mit ihrem bes­ten Freund Gib­son geht sie auf die Suche nach der Ver­gan­gen­heit ihrer Schwes­ter, von der sie außer ihren zahl­rei­chen Aus­zeich­nun­gen und bra­vou­rö­sen Leis­tun­gen kaum etwas weiß. Und sie erfährt Erstaun­li­ches: Kann es sein, dass Shan­non gar kei­nen Auto­un­fall hat­te, son­dern… Weiterlesen!